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Der Frühling kommt bestimmt

Wie wir in diesen Zeiten mit so vielen guten Gefühlen wie möglich durchhalten können

An unserem letzten (coronabedingten Online-) Kongress „Mentale Stärken“ warf ich in die auf dem Podium sitzende Expertenrunde, dass der Lockdown, wenn auch „light“, für viele schwieriger ist, durchzuhalten: Es ist November, das Wetter oft trüb, Gärten und Balkone sind in der Winterruhe und auch ist das Thema „Lockdown wegen Pandemie“ kommunikativ nicht mehr so verbindend, so dass unzählige Jugendliche Einkäufe für Ältere anböten oder man sich im Chat über dieses neue Thema, oft auch scherzhaft, austauschte.

Die Antwort eines älteren Kollegen war (Gedächtnisprotokoll:) „Unsere Großeltern und oft auch Eltern hatten Weltkriege, in denen sie sich im Haus, im Keller verstecken mussten. Es gab Ausgangssperren. Bomben fielen. Wir haben heute einen Virus. So gut wie jede Generation hat mindestens einmal im Leben eine solche schwierige Herausforderung. Doch heute fallen keine Bomben. Unser Leben kann geschützt werden, wenn wir uns an wenige Regeln halten.“

So betrachtet, geht es uns, gerade in Deutschland, sehr gut. Auch im Lockdown. Und denkt man mit der Weisheit eines Stoikers darüber nach, hat der Kollege Recht.

Seiten der Sehnsucht

Doch es gibt eben nicht nur die kognitive Seite in uns. Es gibt auch Seiten der Sehnsucht, der Wünsche nach angenehmen Erlebnissen, Streben nach guten Erfahrungen in uns. Wir vermissen die Umarmung unserer Großmutter, die auf „Abstand gehalten“ werden soll. Welch ein Gefühl schwingt schon mit dieser Aussage mit. Nicht nur viele Singles sehen sich nach Austausch im Café. Wir vermissen Feste und Konzerte, das gemeinsame Lauschen, Tanzen und Mitsingen.

Folgen von Corona und Lockdown für unser Wohlbefinden

Psychologen und Ärzte sprechen davon, dass die Zahl der depressiven Patienten durch Corona deutlich zunähme. Das ist vollkommen nachvollziehbar. Sind da doch so viele Ängste und Einengungen, die durch diese Pandemie ausgelöst werden. Angst um die Gesundheit von sich und den Liebsten, Angst um die eigene wirtschaftliche Zukunft. Große Einschränkungen der Reisefreiheit und damit der Freiheit, andere Landstriche, andere Ländern und Kulturen zu erleben. Einschränkungen, sich mit für einen wichtige Menschen zu treffen.

Und selbst mir, die meist gut mit ihren inneren Anteilen und Bedürfnissen in Kontakt ist, weiß, wie sich gut für sich sorgen kann, leidet unter diesem Winter deutlich mehr als in den trüben Kältemonaten der vielen Jahren zuvor. Zusätzlich ist da in mir immer auch die Frage, wie es für die Menschen - auch weltweit - weitergehen wird: wie viele Opfer fordert Covid noch, wie lange müssen Ältere und Alte in den Heimen noch leiden, bis sie ihre Liebsten wieder in die Arme nehmen können, wie geht es den Künstlern, die uns immer so viel Gefühl, Freude, Abtauchen in andere Welten geben, wie entwickeln sich gebeutelte Wirtschaftszweige und die Beschäftigungszahlen, wann sehen wir uns alle wieder. Australier die Spanier. Deutsche die Hawaiianer. … Vermissen.

Ein paar Tipps durch die Corona-Winter-Monate zu kommen

Was können wir also tun, jede einzelne von uns, um uns trotz dieser Herausforderung und gefühlt schwierigen Zeit, besser zu fühlen? Wie können wir es uns so gut wie möglich gut gehen lassen? Ein paar Ideen habe ich. Natürlich auch schon erprobt. Vielleicht können sie auch Ihnen durch diese enge Zeit bringen.

1. Mitgefühl mit sich und anderen haben. Es ist eine schwere Zeit. Es ist für uns alle herausfordernd. Gehen wir liebevoll und mitfühlend mit uns um.

2. Auch mal weinen. Wenn es einfach nicht einfach ist, muss das auch mal raus.

3. Sich bewusst machen, dass der Frühling in 3 Monaten vor der Türe steht. Dann sieht die Welt zumindest schon wieder ein wenig sonniger und heller aus. Vögel aus dem Süden kommen zurück, die Krokusse stecken ihre Köpfchen raus.

4. Kerzen (kinder- und haustiergesichert) anmachen. Schöne Musik einlegen. Zauberhafte Filme ansehen (Rosamunde Pilcher oder Monty Python statt düsterer Krimis)

5. Spazieren gehen. Sport machen. Sich bewegen. Den inneren Schweinehund zuhause im Körbchen lassen, sich mollig anziehen und raus gehen. Die frische Luft bewusst durch die Nase einatmen und die Blätter und Bäume riechen.

6. Abends mit den Liebsten um die Häuser spazieren, die Lichter und den Schmuck in den Fenstern sehen. Und sich bewusst machen, dass wir nicht alleine sind. Wir sitzen weltweit alle in diesem Boot.

7. Sich etwas vornehmen, das man bis zum Frühling erreicht haben will, um dann damit wieder so richtig durchstarten zu können. Z.B. Holländisch für den nächsten Urlaub am Ijsselmeer lernen oder für die Bikini- oder Badehose-Figur trainieren.

8. Ein Hobby beginnen, das man schon immer mal machen wollte: eine Staffelei kaufen und malen, töpfern, eine Instrument lernen, vegetarische Menüs zaubern, … Auch gut, um sich dazu etwas zu Weihnachten zu wünschen: die Staffelei, Ton, Noten oder gar das Instrument oder gute Kochbücher.

9. Bücher lesen, die einen inspirieren. Romane, die Sie entführen, Reiseführer der nächsten Reise, sobald es wieder losgehen darf.

10. Spiele im Kreise der Familie spielen.

11. Stundenlang mit der besten Freundin und den Liebsten telefonieren oder „skypen“.

12. Ausreichend schlafen. Gerade im Winter benötigt der Körper mehr Schlaf. Tun Sie ihm und Ihrer  Seele etwas Gutes. 8 Stunden sollten drin sein. Lieber früher ins Bett und ein schönes Buch, das freundliche "Bilder" macht, zum Einschlafen lesen. Und bitte vorher, wenn möglich, keinen Alkohol. Denn der Körper erholt sich erst, wenn der Alkohol abgebaut wurde. Erst dann beginnt die erholsame Schlafphase.

13. Auch mal mit einem Experten, wie Seelsorger, Psychotherapeut oder Coach sprechen. Das geht bei vielen bereits auch via Video-Gespräch. Und hier noch eine kostenlose Möglichkeit: Telefonseelsorge Telefon, 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222

14. Und immer wieder Mitgefühl mit sich und anderen haben. Es ist eine anstrengende Zeit für die Seele. Für die Seele aller. Nehmen Sie Ihr Herz, Ihre Wünsche und Sehnsüchte gedanklich in die Arme und seien Sie für sich und andere liebevoll da.

Vielleicht möchten Sie diese Liste erweitern. Oder Sie haben Fragen. Dann schreiben Sie mir. Ich freue mich.

Herzlichst, Ihre Ana B. Prodinger

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht, Mir soll darob nicht bangen, 
Auf leisen Sohlen über Nacht, Kommt doch der Lenz gegangen.
Da wacht die Erde grünend auf, Weiß nicht, wie ihr geschehen, 
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf, Und möcht vor Lust vergehen.
Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar Und schmückt sich mit Rosen und Ähren, 
Und läßt die Brünnlein rieseln klar, Als wären es Freudenzähren!

aus dem Gedicht von Emmanuel Geibel (1815-1884) „Es muss doch Frühling werden“ (Das vollständige Gedicht finden Sie u. a. auch hier: https://weihnachtsgedichte-sprueche.net/wintergedicht/hoffnung.html)